Die Burg Blankenstein – Die Geschichte beginnt mit einem Mord.
Nachdem Friedrich von Isenberg für die Tötung seines Onkels, dem Kölner Erzbischofs Engelbert von Berg zur Rechenschaft gezogen worden war, wurden seine Besitzungen eingezogen und zwischen dem Erzbistum Köln und Graf Adolf I. von der Mark aufgeteilt. Für den märkischen Grafen bedeutete der neue Landgewinn jedoch auch eine neue Herausforderung: Die hinzugekommenen Gebiete mussten geschützt und überwacht werden.
Am 12. Mai 1226, dem Festtag des heiligen Pankratius, gab Graf Adolf deshalb den Auftrag, auf einem unbewaldeten Felsrücken hoch über der Ruhr ein befestigtes Haus zu errichten.
Der Ort trug den bezeichnenden Namen „blancken Steyn“ – heller oder kahler Stein – und lag nur wenige Kilometer östlich der kurz zuvor zerstörten Isenburg.
Der Standort war mit Bedacht gewählt.
Von dem Felsrücken aus ließ sich das umliegende Gebiet hervorragend überblicken und die Grenze der Grafschaft kontrollieren. Zugleich lag die Anlage direkt oberhalb einer Ruhrfurt, die zu einem alten Handelsweg gehörte. Damit konnte die Burg nicht nur militärische Aufgaben erfüllen, sondern auch den Verkehr von Händlern und Reisenden überwachen. Aus dem ersten befestigten Haus entwickelte sich so nach und nach die Burg Blankenstein.
Wer tatsächlich den Grundstein für die Burg legte, ist allerdings bis heute nicht eindeutig geklärt.
Einer späteren Überlieferung zufolge soll der Burgdroste Ludolf von Boenen den Bau begonnen haben. Belegen lässt sich diese Behauptung jedoch nicht. Ludolf von Boenen wird gemeinsam mit einem Burgmannskollegium erst im Jahr 1243 erstmals urkundlich erwähnt. In derselben Urkunde findet sich bereits die Bezeichnung „castrum Blankensteene“ – ein Hinweis darauf, dass zu diesem Zeitpunkt eine befestigte Anlage bestand.
Vieles deutet darauf hin, dass die Burg in großer Eile errichtet worden war.
Die häufig erzählte Vorstellung, Blankenstein sei aus den Steinen der zerstörten Isenburg erbaut worden, hält einer näheren Betrachtung kaum stand. Die Isenburg war mit dem sogenannten Brandschlitzverfahren geschleift worden, wodurch ihre Steine erheblich beschädigt worden waren. Außerdem wäre der Transport des ohnehin eher minderwertigen Materials äußerst aufwendig gewesen. Der naheliegendste Transportweg über die Ruhr hätte sogar gegen die Fließrichtung des Flusses geführt.
So entstand Burg Blankenstein vermutlich nicht aus den Trümmern der Isenburg, sondern als eigenständige Befestigung an einem strategisch äußerst wichtigen Ort. Ihre Geschichte ist damit eng mit den Machtkämpfen des 13. Jahrhunderts verbunden.

